Trainerausbildung oder Ausbildung zum Coach? – So unterscheiden sich die Berufsbilder

Wer sich beruflich weiterbilden möchte um später andere Menschen in der Erwachsenenbildung Wissen zu vermitteln, steht vor einer Auswahl an Möglichkeiten, um ans Ziel zu gelangen. Eine Trainerausbildung kann ein Weg sein, eine Ausbildung zum Coach ein anderer. In einigen Fällen kann sich auch eine Kombination aus beidem als sinnvoll erweisen. Bevor man entscheidet, in welche Richtung es gehen soll, sollte man die Unterschiede und die jeweiligen Anforderungen der Berufe kennen.

Coaches: Experten und Expertinnen bei der Hilfe zur Selbsthilfe

Coaches verstehen sich in der Regel als Prozessberater. Im Mittelpunkt eines Coachings steht, die Coachees auf ihrem Weg zu begleiten und sie dabei zu unterstützen, eigenständig die richtigen Lösungen für ihre jeweiligen Vorhaben zu finden. Sie sind Expertinnen bei der Hilfe zur Selbsthilfe, erheben dabei jedoch nicht den Anspruch, sich auf dem Themengebiet ihrer Klienten umfangreich auszukennen. Das müssen sie auch gar nicht, denn die Lösungsansätze liegen bei den Coachees selbst. Häufig sind es Managerinnen und Führungskräfte, die die Dienste eines Coaches in Anspruch nehmen, um individuelle Qualitäten auszubauen und beispielsweise den eigenen Umgang mit Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen zu optimieren.

Häufig sind es auch Privatpersonen, die sich beruflich oder persönlich Umorientieren möchten und dafür Unterstützung von außen benötigen. Die Lösung, also das, was die Klientinnen suchen und möchten, serviert der Coach ihnen nicht auf dem Silbertablett, er hilft ihnen durch Gespräche und intensives Zuhören, Dinge selbst zu erkennen und die Etappen dorthin erfolgreich zu meistern.

„Ein Coaching ist sinnvoll, wenn die Lösung individuell und prozessorientiert sein soll“, erklärt Fabian Hilpert, der selbst seit vielen Jahren sowohl als Trainer als auch als Coach tätig ist. Hilpert bietet zum Beispiel Coachings an, in denen er gemeinsam mit seinen Kunden individuelle Lifestyle-Lösungen erarbeitet, um Arbeiten und Reisen erfolgreich zu kombinieren. „Das Schöne am Coaching-Beruf ist, dass man den oder die Kundin eine Zeit lang begleitet und so auch die Veränderung und den Fortschritt sieht,“ sagt Hilpert. Im Laufe seiner Karriere habe die Arbeit als Coach ihm häufig selbst die Augen für ganz neue Wege und Möglichkeiten geöffnet.

Trainer und Trainerinnen vermitteln wissen

Die Aufgabe von Trainern besteht im Gegensatz zu der des Coaches darin, in Kursen bestimmtes Wissen zu vermitteln, themenbezogene Kompetenzen zu fördern und Trainees so auf die Ausführung konkreter Tätigkeiten vorzubereiten. Der Fokus liegt hier weniger auf der einzelnen Person. Während beim Coaching die Inhalte gemeinsam erarbeitet werden, sind sie beim Training üblicherweise vorab festgelegt. „Ein Training empfehle ich vor allem, wenn jemand Hardskills oder technisches Wissen erlernen will,“ erklärt Hilpert, der in seinen Trainings Tipps, Tricks und Optimierungsmöglichkeiten rund um die Themen Online-Marketing und Digitalisierung vermittelt.

Es kann im Training auch darum gehen, Verkäufer zu schulen, Moderatorinnen auszubilden oder Sprachlehrer ihr jeweiliges Kurswerkzeug an die Hand zu geben. Die thematische Bandbreite ist groß. Doch egal wie sehr einzelne Kurse sich inhaltlich voneinander unterscheiden, gemeinsam haben sie alle, dass die Aufgabe der Trainerinnen darin liegt, den Trainees bestimmte Verhaltensweisen, Abläufe für Situationen und essentielles Wissen für ihr jeweiliges Einsatzgebiet zu vermitteln.

In Gruppentrainings geschieht dies üblicherweise nicht hauptsächlich durch Frontalunterricht, sondern durch den Einsatz gezielter Gruppen und Partnerübungen. Der Trainer stellt Aufgaben, beobachtet, korrigiert und gibt Feedback. Auch wenn das Individuum hier nicht so stark im Mittelpunkt steht, wie beim Coaching: Trainer gehen selbstverständlich auch auf Erwartungen und Bedürfnisse Einzelner ein. Sie meistern die nicht immer einfache Aufgabe, in oft sehr durchmischten Gruppen individuelle Stärken und den Förderbedarf einzelner zu erkennen und nach Möglichkeit alle Trainees erfolgreich durch den Kurs zu bringen.

NLP als Wunderwaffe im Coaching und Training

Auch wenn ein Coach seinen Kundinnen natürlich beratend zur Seite steht, so unterscheidet sich die Beratungsweise doch sehr grundlegend von der einer Scheidungsanwältin, eines Arbeitsrechtlers oder ander Experten und Expertinnen. Denn ein Coaching ist keine fachliche Beratung, sondern, wie eingangs bereits erwähnt, eine Prozessberatung. Ein Coach ist kein fachlicher Ratgeber, sondern ein gleichwertiger Gesprächspartner. Außerdem finden Methoden aus der Psychotherapie im Coaching häufig Verwendung, auf welche eine Steuerberaterin in der Regel wohl eher nicht zurückgreifen würde.

Sowohl im Coaching als auch im Training wird zum Beispiel häufig auf Neuro-Linguistisches Programmieren (NLP) zurückgegriffen, ein Kommunikationsmodell, das Elemente unter anderem aus der Gesprächs-, Familien- und Hypnotherapie kombiniert. Auch Methoden aus der Linguistik fließen mit ein. NLP hat zum Ziel, Ängste und Unsicherheiten über das Unterbewusstsein in den Griff zu bekommen. Dafür werden beispielsweise Entspannungstechniken und positive Denkmuster erlernt. Teilnehmerinnen von NLP-Weiterbildungen lernen, sich der eigenen Stärken bewusst zu werden, um so Situationen und Lebenslagen aus einem ganz anderen Blickwinkel zu bewerten.

Hinter NLP steckt die Annahme, dass der Mensch seine Umwelt nicht bloß über seine Sinne wahrnimmt, sondern auch über Nervenbahnen. Demnach spielt unsere gesamte Neurologie eine entscheidende Rolle bei der Wahrnehmung. Die interne Verarbeitung von auditiven, visuellen und anderen Eindrücken und Reizen wird durch Sprache nach außen getragen und durch diese auch beeinflusst. Die interne und externe Verarbeitung von Sinneseindrücken geschieht bei jedem Menschen nach gewissen Mustern und Gewohnheiten, die es gilt zu erkennen und gegebenenfalls aufzubrechen. So können unterschwellige Ängste und toxische Denk- und Verhaltensweisen auf Dauer durch positive und konstruktive Muster ersetzt werden. Informationen rund um zertifizierte NLP-Ausbildungen erhalten Interessierte beim Österreichischen Dachverband für Neuro-Linguistisches Programmieren.

Was muss ich mitbringen, um als Trainerin oder Coach zu arbeiten?

Prinzipiell brauche es keine speziellen Voraussetzungen, um Trainer oder Coach zu werden, erklärt Fabian Hilpert: „Man muss nur den Willen zum Dazulernen mitbringen und sich selber laufend weiterbilden.“ Scheu vor einer Gruppe zu stehen ist auch kein Ausschlusskriterium. Denn wer eine Ausbildung zum Coach oder Trainer durchläuft, baut sein Selbstbewusstsein und seine rhetorischen Fähigkeiten aus und lernt Schritt für Schritt, vor fremden Menschen sicher und professionell aufzutreten. Auch das Einfühlungsvermögen angehender Trainerinnen und Coaches wird in einer guten Ausbildung geschult. Empathie ist schließlich in beiden Berufen essentiell.

Eine Trainerausbildung, die neben der Bereitschaft, sich selbst und mithilfe der Lerngruppe relevante Inhalte und Themen zu erarbeiten, etwas voraussetzt, ist die Trainerausbildung in der Erwachsenenbildung mit Deutsch als Fremdsprache (DaF), die vom Institut EWI angeboten wird. Denn hier sind gute Deutschkenntnisse nötig, um später anderen die Sprache näher zu bringen. Die Methoden für den Umgang mit verschiedenen Sprachbarrieren werden den Teilnehmerinnen im Laufe von 180 Unterrichtseinheiten vermittelt. Dazu stehen pädagogisches Wissen, das Erlernen und verbessern kommunikativer Fähigkeiten und zum Beispiel Konfliktmanagement auf dem Lehrplan. Ziel ist, Absolventinnen der Trainerausbildung auf vielfältige Herausforderungen in der Trainingswelt bestmöglich vorzubereiten.

„Wir sehen auch immer mehr angehende Trainer und Coaches, die in einem Feld schon Erfahrung haben, eine Expertise mitbringen und mit diesem Wissen dem Kunden helfen wollen,“ sagt Hilpert. Menschen, die ihr Knowhow in einem bestimmten Fachgebiet online anbieten möchten, jedoch auf wenig Erfahrungen in der digitalen Welt zurückblicken, empfiehlt das Institut EWI in Kooperation mit den Digital-Experten von Business2travel eine Ausbildung zum Digitaltrainer. Diese richtet sich auch an absolute Neulinge in der Netzwelt. Absolventinnen sind danach bestens ausgebildet, um entweder ihre eignen Online-Kurse oder ihre Dienste als Sprachlehrer oder Digitaltrainerin am Markt anzubieten. Dadurch wird ortsunabhängiges Arbeiten aus dem Homeoffice oder während einer längeren Reise möglich. Besonders in den unsicheren Zeiten von Corona profitieren unsere ausgebildeten Trainer und Trainerinnen von den Freiheiten, die selbstständiges Arbeiten im digitalen Raum aus bietet, egal ob von unterwegs oder von zuhause zum Beispiel bei den Kindern.

Ob es nun eine Trainerausbildung in einem von vielen möglichen Themenfeldern sein soll oder eine Weiterbildung im Bereich Coaching: das Institut EWI freut sich, Sie bei Ihrer Entscheidungsfindung zu unterstützen und Sie vielleicht schon bald in einem unserer Kurse begrüßen zu dürfen. Sie erreichen uns fast rund um die Uhr unter 0660/8185033.

Anmerkung zur gendergerechten Sprache dieses Artikels:
Für die bessere Lesbarkeit wurde auf Sternchen* oder das Binnen-I verzichtet. Dafür wird abwechselnd und willkürlich mal die weibliche, mal die männliche Form bestimmter Personengruppen verwendet. Manchmal auch beides. Wenn im Text also von Managerinnen die Rede ist, sind hier auch männliche Manager mitgemeint. Verkäufer schließt auch weibliches Verkaufspersonal ein.

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